Ortsausgang Essen
Beitrag #6: Lesedauer 3 Min.

Wir sagen Tschüss

Hinter uns liegen Wochen, die wir wohl am besten mit „kontrolliertem Chaos“ beschreiben können. Von Januar bis März stand unsere Welt auf dem Kopf. Unser gesamter Hausstand wurde von uns gesichtet, gewogen und sortiert.

Und wenn wir „gewogen“ sagen, dann meinen wir das wörtlich: Jeder Löffel, jedes Buch und jede Socke musste auf die Waage, damit wir das zulässige Gesamtgewicht unseres Wohnmobils von 7,5 Tonnen nicht sprengen...

Reiseverlauf

Im Reiseverlauf findest Du detaillierte Angaben zu unseren Fahrtrouten – vom vorherigen Beitragsort bis zum Ort dieses Beitrags inklusive Zwischenstopps.

Das Ergebnis unserer Radikal-Reduzierung

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Unser gesamtes restliches Hab und Gut passt jetzt in exakt 28 Kisten. Diese lagern im Keller unseres 18-jährigen Sohnes Mika. Er ist quasi zeitgleich mit uns aus- bzw. umgezogen, und natürlich haben wir ihm beim Start in seine erste eigene Wohnung ordentlich unter die Arme gegriffen. Während Mika sich also häuslich einrichtet, haben wir hier nur noch gut 530 Kilogramm an persönlichen Dingen mit an Bord.

Alles andere ist auf einschlägigen Internetportalen abverkauft oder wartet halt im Keller auf uns.

Eure Fragen – Unsere Antworten

Viele, viele Fragen haben uns in den letzten Wochen erreicht, die wir heute gerne beantworten wollen. Hier unser Best-of der ‚Frequently asked questions‘:

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Seit wann lebt ihr denn schon im Womo?

Wir wohnen und schlafen seit Mitte Februar, also seit ungefähr 5 Wochen im Wohnmobil – und zwar direkt vor unserem Haus. Ein seltsames, aber schönes Gefühl, den vertrauten Anblick aus einer ganz neuen Perspektive zu genießen.

Wo schlaft ihr eigentlich?

Wie gesagt: Wir schlafen bereits seit einigen Wochen in unserem Wohnmobil und obwohl unsere gemütliche Rundsitzgruppe im Heck theoretisch ein tolles Bett abgeben würde, bevorzugen wir das 2 x 2-Meter-Hubbett im Cockpit. Dies lässt sich einfach von der Decke bis über die eingeklappten Fahrersitze absenken. Wir lieben es!

Wohin geht die Reise als Nächstes?

Im April bleiben wir noch im heimischen Ruhrgebiet in Oberhausen, um unseren Sohn Mika bei der Eingewöhnung in sein komplett eigenständiges Leben zu unterstützen. Am 01. Mai freuen wir uns auf das Maifest in unserem Heimatstadtteil Essen-Schönebeck, bevor es danach zu den (Schwieger)Eltern in die Eifel nach Flamersheim geht. Nach einer Tour durch die Eifel steht Mitte Mai die jährliche Dichtheitsprüfung bei Niesmann Caravaning in Polch an – essenziell für unsere 10-jährige Gewährleistung.

Den Sommer verbringen wir an der Ostsee in Mecklenburg-Vorpommern und vielleicht an der niederländischen Nordseeküste. Ende August zieht es uns dann zur Caravan-Messe nach Düsseldorf, und direkt danach werden wir unseren Freunden und der Familie im Pott bis Ende September ordentlich auf den Sack gehen. Ende September heißt es: Adieu, Schmuddelwetter. Über Südfrankreich und Spanien soll es dann weiter nach Portugal gehen, wo wir schlussendlich den Winter 2026/2027 im sonnigen Süden verbringen werden.

So weit der lockere (aber dennoch ziemlich weit gefasste) Plan…

Technik-Talk: Autarkie und das stille Örtchen

Zahlreiche Fragen wurden zum Thema Autarkie und Ressourcen gestellt. Daher hier ein kleiner Einblick, wie unsere autarke WoMo-Welt aktuell funktioniert. Einige Verbräuche sind dabei natürlich definitiv jahreszeiten- und zudem vom individuellen Nutzungsverhalten abhängig.

Wasser: Hier steht uns ein großzügiger 320-Liter-Frischwassertank zur Verfügung, mit dem wir ca. 7 Tage auskommen (Duschen, Kochen, Abwasch und Toilette inklusive).

Abwasser & Toilette: Für den üblichen Toilettengang nutzen wir kein Toilettentrennsystem oder eine Verbrennertoilette, sondern die klassische Wasserspülung. Wir benötigen somit 2 Tanks: Einen für Grauwasser (Abwasser aus Dusche, Wasch- und Spülbecken) und einen für Schwarzwasser (Toilettenabwasser). Beide fassen jeweils 230 Liter, was uns eine Freiheit von mindestens 2 Wochen verschafft, bevor wir eine Entsorgungsstation ansteuern müssen.

Strom: Dank 3 riesiger 200-Ah-LiFePO4-Batterien und einer fetten PV-Anlage auf dem Dach sind wir vollkommen autark. Selbst in der dunklen Jahreszeit, bzw. Übergangszeit mussten wir nie auf Landstrom zurückgreifen, sondern konnten uns ausschließlich über unsere stets gut gefüllten Akkus versorgen.

Gas: Wir verfügen über 2 Gasflaschen und einen Gastank, was in der Summe insgesamt etwa 7-8 Gasflaschen zu je 11 Kg entspricht. In der kalten Phase von Mitte Februar bis Mitte März sind wir mit 3 Flaschen einen ganzen Monat ausgekommen, dies inklusive Kochen, Kühlschrankbetrieb auf Gas und unserer Fußbodenheizung (wobei das Heizen natürlich am meisten an Energie frisst).

Unser Fazit bis hierher

Es fühlt sich befreiend an, den Ballast eines ganzen Lebens abgeworfen zu haben. Doch hinter der Erleichterung schwingt auch Ehrfurcht mit. Wir haben nicht nur Kisten gepackt – wir sind privilegiert, die Sicherheit von vier festen Wänden gegen unendliche Freiheit tauschen zu dürfen. Der Alltag, wie wir ihn bislang kannten, ist ab heute Geschichte. Jetzt beginnt das echte Abenteuer. Dafür sagen wir ‚Danke‘ und freuen uns auf alles, was ab jetzt kommt.

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Weiterführende Links zum Thema
niesmann.de

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